Kostenersparnis: Alter Router statt neuem Repeater spart 50-80 Euro
Reichweite: WLAN-Abdeckung lässt sich um 10-15 Meter erweitern
Kompatibilität: Funktioniert mit den meisten Routern ab Baujahr 2015
Einrichtungszeit: 15-20 Minuten ohne Vorkenntnisse
Wichtig: Repeater-Modus oder Bridge-Funktion muss vom Router unterstützt werden
Geschwindigkeit: Etwa 40-50% der Hauptrouter-Leistung bleibt übrig
Sicherheit: WPA2/WPA3-Verschlüsselung und Passwortschutz unbedingt aktivieren
Werbung wird nach Einwilligung geladen
Router als Repeater nutzen: So erweitern Sie Ihr WLAN 2026
Sie haben einen alten Router in der Schublade und ärgern sich über WLAN-Funklöcher in der Wohnung? Perfekt – denn Sie können Ihren Router als Repeater verwenden und damit die Reichweite Ihres Funknetzwerks deutlich verbessern. Statt 50 bis 80 Euro für einen neuen Repeater auszugeben, nutzen Sie einfach die vorhandene Hardware. In dieser Anleitung zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie das funktioniert – egal ob FritzBox, Speedport oder beliebiger Router anderer Hersteller. Die Einrichtung dauert etwa 15 bis 20 Minuten und erfordert keine technischen Vorkenntnisse.
Der größte Vorteil: Sie schonen nicht nur Ihren Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. Alte Router landen viel zu oft auf dem Elektroschrott, obwohl sie als Repeater noch Jahre gute Dienste leisten können. Die Leistung ist dabei oft besser als bei günstigen Repeater-Modellen aus dem Handel.
Das Wichtigste auf einen Blick
Kostenersparnis: Alter Router statt neuem Repeater spart 50-80 Euro
Reichweite: WLAN-Abdeckung lässt sich um 10-15 Meter erweitern
Kompatibilität: Funktioniert mit den meisten Routern ab Baujahr 2015
Einrichtungszeit: 15-20 Minuten ohne Vorkenntnisse
Wichtig: Repeater-Modus oder Bridge-Funktion muss vom Router unterstützt werden
Was Sie brauchen: Voraussetzungen für den Repeater-Betrieb
Nicht jeder Router eignet sich als Repeater. Bevor Sie loslegen, sollten Sie drei grundlegende Voraussetzungen prüfen:
Ihr Router muss einen Repeater-Modus oder Bridge-Modus unterstützen. Diese Funktion ist in der Firmware integriert und nicht bei allen Modellen vorhanden. FritzBox-Modelle ab der Version 7390 beherrschen diese Funktion zuverlässig. Bei Speedport-Routern der Telekom ist der Repeater-Modus ab dem Speedport Smart verfügbar. Für andere Hersteller wie TP-Link, Netgear oder Asus prüfen Sie am besten das Handbuch oder die Herstellerwebsite.
Zweitens: Der alte Router sollte die gleichen oder ähnliche WLAN-Standards unterstützen wie Ihr Hauptrouter. Wenn Ihr Hauptrouter bereits mit Wi-Fi 6 (802.11ax) funkt, der alte Router aber nur Wi-Fi 4 (802.11n) beherrscht, gibt es einen Flaschenhals. Die Verbindung funktioniert zwar, aber die Geschwindigkeit wird deutlich reduziert. Optimal ist es, wenn beide Geräte mindestens Wi-Fi 5 (802.11ac) unterstützen.
Drittens: Sie benötigen Zugriff auf die Konfigurationsoberfläche beider Router. Das bedeutet: Sie müssen die IP-Adresse und das Admin-Passwort kennen oder zurücksetzen können. Bei den meisten Routern finden Sie diese Informationen auf einem Aufkleber an der Unterseite des Geräts.
Diese Router eignen sich besonders gut
Aus der Praxis können wir folgende Modelle besonders empfehlen:
AVM FritzBox: Alle Modelle ab 7390 mit aktueller Fritz!OS Version – hier heißt die Funktion "WLAN-Repeater-Modus"
Telekom Speedport: Smart, Smart 3 und Smart 4 – mit integriertem Repeater-Betrieb
TP-Link Archer: C7, C9, C50 und neuere Modelle – als "Access Point" oder "Repeater" konfigurierbar
Netgear: Die meisten Nighthawk-Modelle ab 2016 bieten einen Bridge-Modus
Asus RT-Serie: Fast alle Consumer-Modelle ab 2015 mit AiMesh-Fähigkeit
Schritt-für-Schritt: FritzBox als Repeater einrichten
Die FritzBox ist in Deutschland der meistgenutzte Router – deshalb beginnen wir mit dieser detaillierten Anleitung. Das Prinzip lässt sich aber auf andere Hersteller übertragen.
Schritt 1: Vorbereitung und Positionierung
Platzieren Sie die alte FritzBox zunächst in der Nähe Ihres Hauptrouters. Für die Ersteinrichtung sollten beide Geräte maximal 2 bis 3 Meter voneinander entfernt stehen. Später können Sie den Repeater an die optimale Position verschieben. Verbinden Sie die alte FritzBox mit dem Stromnetz und warten Sie, bis alle LEDs stabil leuchten (etwa 2 Minuten).
Schritt 2: Verbindung mit der alten FritzBox herstellen
Öffnen Sie auf Ihrem Computer, Smartphone oder Tablet einen Webbrowser. Geben Sie in die Adresszeile fritz.box oder 192.168.178.1 ein. Falls Sie die FritzBox schon länger nicht genutzt haben und das Passwort vergessen haben, können Sie einen Werksreset durchführen: Halten Sie die Reset-Taste an der Rückseite 10 Sekunden lang gedrückt, bis die LEDs blinken.
Schritt 3: Repeater-Modus aktivieren
Nach dem Login klicken Sie im Menü auf "WLAN" und dann auf "Repeater". Hier finden Sie die Option "WLAN-Repeater einrichten". Aktivieren Sie diese Funktion. Die FritzBox sucht nun automatisch nach verfügbaren WLAN-Netzwerken in der Umgebung. Wählen Sie Ihr Hauptnetzwerk aus der Liste aus und geben Sie das WLAN-Passwort ein.
Schritt 4: Verbindung herstellen und optimieren
Die FritzBox verbindet sich jetzt mit Ihrem Hauptrouter. Dieser Vorgang dauert 1 bis 2 Minuten. Wenn die Verbindung steht, zeigt die Info-LED dauerhaft grün. In den erweiterten Einstellungen können Sie jetzt noch festlegen, ob der Repeater den gleichen WLAN-Namen (SSID) wie Ihr Hauptnetz verwenden soll – das empfehlen wir für nahtloses Roaming. Ihre Geräte wechseln dann automatisch zwischen Hauptrouter und Repeater.
Schritt 5: Optimale Position finden
Jetzt kommt der wichtigste Teil: Die richtige Positionierung. Die FritzBox sollte etwa auf halber Strecke zwischen Hauptrouter und Funkloch stehen – mit Sichtkontakt zum Hauptrouter, wenn möglich. In der FritzBox-Oberfläche finden Sie unter "WLAN" > "Repeater" eine Signalstärkeanzeige. Drei grüne Balken sind ideal, zwei gelbe noch akzeptabel. Bei nur einem roten Balken ist die Entfernung zu groß.
Laut AVM, dem Hersteller der FritzBox, sollte die Signalstärke zwischen Hauptrouter und Repeater mindestens -70 dBm betragen für optimale Leistung.
Alternative Router als Repeater konfigurieren
Wenn Sie einen Router ohne speziellen Repeater-Modus haben, gibt es einen alternativen Weg: Den Access-Point-Modus (AP-Modus). Dieser funktioniert ähnlich, erfordert aber eine LAN-Kabelverbindung zwischen Haupt- und Zweitrouter – oder Sie nutzen Powerline-Adapter als Brücke.
Speedport-Router einrichten
Bei Telekom-Routern der Speedport-Familie ist der Prozess sehr ähnlich zur FritzBox. Rufen Sie die Konfigurationsoberfläche über speedport.ip auf. Navigieren Sie zu "Einstellungen" > "WLAN" > "Repeater-Funktion". Aktivieren Sie die Option und folgen Sie dem Assistenten. Der Speedport unterstützt auch WPS – Sie können also einfach die WPS-Taste am Hauptrouter und dann am Speedport drücken, um die Verbindung automatisch herzustellen.
TP-Link und andere Hersteller
Bei TP-Link-Routern heißt die Funktion meist "Repeater Mode" oder "Range Extender Mode". Sie finden diese Option unter "Operation Mode" oder "Wireless Mode" in den erweiterten Einstellungen. Die Standard-IP für TP-Link-Router ist 192.168.0.1 oder tplinkwifi.net. Nach der Umstellung auf Repeater-Modus startet der Router neu und verbindet sich automatisch mit dem Hauptnetz.
Wichtiger Hinweis: Nach dem Umschalten in den Repeater-Modus ändern sich bei vielen Routern die LAN-Funktionen. Die LAN-Ports funktionieren dann oft nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr. Prüfen Sie vorher, ob Sie die LAN-Anschlüsse des alten Routers noch benötigen.
[INTERN: Router-Einstellungen optimieren für mehr Geschwindigkeit]
In der Praxis tauchen bei der Einrichtung immer wieder die gleichen Stolpersteine auf. Hier sind die wichtigsten Lösungen:
Problem: Router findet das Hauptnetzwerk nicht
Wenn der alte Router Ihr WLAN nicht in der Liste anzeigt, liegt das meist an der Entfernung oder an versteckten Netzwerken. Bringen Sie beide Geräte für die Ersteinrichtung in denselben Raum. Falls Sie die SSID-Broadcast-Funktion deaktiviert haben (verstecktes Netzwerk), müssen Sie den Netzwerknamen manuell eingeben. Bei FritzBox geht das über "Verbindung mit verborgenem Netzwerk".
Problem: Verbindung bricht ständig ab
Verbindungsabbrüche deuten auf Interferenzen oder zu schwaches Signal hin. Wechseln Sie in den Router-Einstellungen auf einen anderen WLAN-Kanal. Im 2,4-GHz-Band sind die Kanäle 1, 6 und 11 optimal, da sie sich nicht überschneiden. Im 5-GHz-Band gibt es mehr störungsfreie Kanäle. Nutzen Sie in der FritzBox die Auto-Kanal-Funktion oder Apps wie WiFi Analyzer zur Kanalanalyse.
Problem: Geschwindigkeit ist deutlich langsamer
Das ist normal und technisch bedingt. Ein Repeater halbiert die verfügbare Bandbreite ungefähr, da er gleichzeitig senden und empfangen muss. Wenn Ihr Hauptrouter 100 Mbit/s liefert, kommen am Repeater noch etwa 40-50 Mbit/s an. Das reicht aber für Streaming, Surfen und Home-Office völlig aus. Für maximale Geschwindigkeit nutzen Sie das 5-GHz-Band für die Verbindung zwischen Haupt- und Zweitrouter.
Problem: Geräte wechseln nicht automatisch zum stärkeren Signal
Wenn Sie für Hauptrouter und Repeater die gleiche SSID verwenden, sollten Ihre Endgeräte automatisch zum stärkeren Signal wechseln (Roaming). Manche Smartphones und Laptops klammern sich aber am ersten Signal fest. Die Lösung: Aktivieren Sie in den Router-Einstellungen die Funktion "802.11k/v" oder "Fast Roaming". Bei der FritzBox heißt das "Unterstützung für schnellen Wechsel zwischen Access Points". Diese Funktion teilt Ihren Geräten aktiv mit, wann ein Wechsel sinnvoll ist.
Mesh-Netzwerk als moderne Alternative
Wenn beide Ihre Router Mesh-Funktionen unterstützen, ist das die elegantere Lösung als der klassische Repeater-Modus. Ein Mesh-Netzwerk verbindet mehrere Router zu einem intelligenten Gesamtsystem.
Der Vorteil: Mesh-Systeme verteilen die Last automatisch, wählen immer die beste Verbindungsroute und ermöglichen nahtloses Roaming ohne Verbindungsabbrüche. FritzBox-Modelle ab Fritz!OS 7 können über die Mesh-Funktion verbunden werden. Auch Asus bietet mit AiMesh ein hervorragendes System, das verschiedene Asus-Router zu einem Netz verbindet.
Die Einrichtung ist dabei sogar einfacher als der Repeater-Modus: Bei AVM aktivieren Sie in beiden FritzBoxen einfach "Mesh aktiv" unter "Heimnetz" > "Mesh". Die Geräte erkennen sich automatisch und bauen ein intelligentes Netzwerk auf. Sie verwalten dann alles zentral über die Hauptrouter-Oberfläche.
[INTERN: Mesh-WLAN vs. Repeater – Was ist besser?]
Sicherheitseinstellungen nicht vergessen
Ein oft übersehener Punkt beim Einrichten eines Routers als Repeater: Die Sicherheit. Auch wenn das Gerät jetzt "nur" als Repeater arbeitet, bleibt es ein Zugangspunkt zu Ihrem Netzwerk.
Ändern Sie unbedingt das Standard-Passwort der Konfigurationsoberfläche. Viele Nutzer lassen hier das Werkspasswort stehen – ein Sicherheitsrisiko. Wählen Sie ein eigenes, starkes Passwort mit mindestens 12 Zeichen, bestehend aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen.
Stellen Sie sicher, dass die Verschlüsselung auf WPA3 oder mindestens WPA2 steht. WPA und WEP sind hoffnungslos veraltet und lassen sich in Minuten knacken. In den Router-Einstellungen unter "WLAN" > "Sicherheit" können Sie das prüfen und ändern.
Deaktivieren Sie WPS (Wi-Fi Protected Setup), wenn Sie es nicht aktiv nutzen. Diese Funktion erleichtert zwar die Einrichtung, hat aber bekannte Sicherheitslücken. In den meisten Fällen ist die manuelle Eingabe des Passworts die sicherere Wahl.
Halten Sie die Firmware Ihres Repeater-Routers aktuell. Viele alte Router erhalten keine automatischen Updates mehr – prüfen Sie daher regelmäßig auf der Herstellerseite, ob es neuere Firmware-Versionen gibt. Updates schließen Sicherheitslücken und verbessern oft auch die Leistung.
Leistung messen und optimieren
Nach der Einrichtung sollten Sie die tatsächliche Verbesserung messen. Nutzen Sie dafür Speedtest-Apps oder Webseiten wie Speedtest by Ookla. Messen Sie die Geschwindigkeit an drei Punkten:
Direkt am Hauptrouter (per LAN-Kabel als Referenz)
An der Position, wo vorher das Funkloch war (ohne Repeater)
An derselben Position mit aktiviertem Repeater
Sie sollten eine deutliche Verbesserung sehen. Wenn die Geschwindigkeit mit Repeater schlechter ist als ohne, stimmt etwas mit der Positionierung nicht. Experimentieren Sie dann mit verschiedenen Standorten.
Ein professioneller Trick: Nutzen Sie eine WLAN-Analyse-App wie "Fritz!App WLAN" (für Android und iOS) oder "WiFi Analyzer" (Android). Diese Apps zeigen Ihnen grafisch, wo die Signalstärke am besten ist. Damit finden Sie den optimalen Standort für Ihren Repeater in wenigen Minuten.
Für maximale Leistung beachten Sie diese Positionierungstipps:
Höhe: Platzieren Sie den Repeater erhöht, etwa auf einem Regal – nicht auf dem Boden
Freie Sicht: Vermeiden Sie Metallmöbel, Aquarien und Spiegel zwischen Router und Repeater
Abstand zu Störquellen: Mindestens 1 Meter Abstand zu Mikrowellen, Babyfonen und Bluetooth-Geräten
Zentrale Lage: Der Repeater sollte nicht in der Ecke stehen, sondern möglichst zentral im Raum
Kosten-Nutzen-Rechnung: Lohnt sich der Aufwand?
Rechnen wir kurz durch: Ein neuer WLAN-Repeater kostet zwischen 25 Euro (Einstiegsmodell) und 120 Euro (High-End mit Mesh). Ein alter Router, den Sie bereits besitzen, kostet Sie genau 0 Euro zusätzlich – Sie zahlen nur den Stromverbrauch.
Ein Router im Repeater-Modus verbraucht etwa 5 bis 10 Watt. Bei einem Strompreis von 35 Cent pro kWh sind das jährliche Kosten von rund 15 bis 25 Euro. Ein dedizierter Repeater verbraucht mit 4 bis 8 Watt etwas weniger, aber der Unterschied ist marginal.
Der finanzielle Vorteil liegt also bei 25 bis 120 Euro Ersparnis beim Kauf. Dazu kommt der Nachhaltigkeitsaspekt: Laut Umweltbundesamt landen in Deutschland jährlich über 1,5 Millionen Router auf dem Elektroschrott – oft völlig funktionsfähige Geräte. Indem Sie Ihren alten Router weiterverwenden, leisten Sie einen kleinen, aber wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung.
Der Aufwand von 15 bis 20 Minuten Einrichtungszeit lohnt sich also in jedem Fall – sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch.
Fazit: Alter Router wird zum smarten Reichweitenverlängerer
Einen Router als Repeater zu verwenden ist eine clevere, kostengünstige und nachhaltige Lösung für WLAN-Probleme. Mit unserer Anleitung schaffen Sie die Einrichtung in maximal 20 Minuten – auch ohne IT-Vorkenntnisse. Die Leistung ist dabei oft besser als bei günstigen Repeater-Modellen aus dem Handel, besonders wenn Sie einen leistungsfähigen Router wie eine FritzBox oder einen Asus-Router einsetzen. Wichtig ist die richtige Positionierung: Der Repeater sollte etwa auf halber Strecke zwischen Hauptrouter und Funkloch platziert werden, mit möglichst freier Sicht. Wenn beide Geräte Mesh-Funktionen unterstützen, nutzen Sie diese – sie bieten besseres Roaming und einfachere Verwaltung. Vergessen Sie nicht die Sicherheitseinstellungen: Starkes Passwort, WPA2/WPA3-Verschlüsselung und regelmäßige Firmware-Updates schützen Ihr Netzwerk. Statt Geld für neue Hardware auszugeben, holen Sie das Maximum aus vorhandener Technik heraus – und tragen nebenbei zur Müllvermeidung bei.