Drucker richtig entsorgen: So geht's kostenlos & umweltgerecht
Wenn du deinen alten Drucker entsorgen willst, landete er früher oft im Restmüll – heute ist das verboten und kostet im Zweifel Bußgeld. Drucker gehören als Elektrogeräte zum Elektroschrott und müssen fachgerecht recycelt werden. Die gute Nachricht: In Deutschland gibt es mehrere kostenlose und unkomplizierte Wege, deinen alten Drucker loszuwerden – egal ob Tintenstrahler, Laser oder Multifunktionsgerät. Wir zeigen dir genau, welche Optionen du hast, worauf du beim Datenschutz achten musst und wie du sogar noch Geld sparen kannst.
Warum darf der Drucker nicht in den Hausmüll?
Drucker enthalten wertvolle Rohstoffe wie Kupfer, Aluminium und seltene Erden – aber auch problematische Stoffe wie Schwermetalle, Tonerstaub und Elektronikbauteile mit giftigen Flammschutzmitteln. Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) regelt seit 2005, dass solche Geräte getrennt gesammelt und recycelt werden müssen.
Wirfst du deinen Drucker in die Restmülltonne, riskierst du:
Bußgelder bis zu 1.000 Euro je nach Bundesland
Umweltschäden durch giftige Substanzen auf der Deponie
Verlust wertvoller Rohstoffe, die recycelt werden könnten
Seit 2022 gilt zudem: Auch Händler müssen alte Elektrogeräte zurücknehmen – das macht die Entsorgung noch einfacher.
Der klassische Weg: Bring deinen Drucker zum kommunalen Wertstoffhof. Die Abgabe ist für Privatpersonen in ganz Deutschland kostenlos. Du findest den nächsten Hof über die Webseite deiner Stadt oder Gemeinde.
Das musst du wissen:
Meist ohne Anmeldung möglich, aber Öffnungszeiten beachten
Personalausweis kann verlangt werden (Nachweis Wohnsitz)
Größere Mengen (z.B. aus Büroauflösung) vorher anmelden
Patronen und Toner kannst du separat abgeben oder im Drucker lassen
Tipp: Manche Wertstoffhöfe bieten auch Abholung für Sperrmüll an – dann kannst du den Drucker zusammen mit alten Möbeln abholen lassen.
2. Händler-Rücknahme (Neu seit 2022)
Seit Juli 2022 müssen alle Supermärkte und Discounter mit über 800 m² Verkaufsfläche alte Elektrogeräte zurücknehmen – wenn sie mehrmals im Jahr Elektrogeräte verkaufen. Das gilt auch für kleine Geräte bis 25 cm ohne Kaufzwang.
Konkret heißt das: Aldi, Lidl, Rewe, Kaufland, Real und Co. nehmen deinen alten Drucker kostenlos zurück – auch wenn du dort nichts kaufst.
So funktioniert's:
Kleine Drucker (bis 25 cm): Einfach im Markt abgeben, kein Neukauf nötig
Größere Drucker: Beim Neukauf eines vergleichbaren Geräts 1:1 Rücknahme
Sammelboxen stehen oft im Eingangsbereich oder an der Information
3. Online-Händler & Elektronikfachmärkte
MediaMarkt, Saturn, Expert und andere Elektronikmärkte nehmen Drucker ebenfalls zurück – oft sogar ohne Neukauf. Online-Händler mit mehr als 800 m² Lagerfläche sind seit 2022 zur Rücknahme verpflichtet.
Die wichtigsten Anbieter:
Anbieter
Rücknahme ohne Neukauf
Abholung möglich
MediaMarkt/Saturn
Ja, im Markt
Bei Neukauf kostenlos
Amazon
Bei Neukauf
Ja, DHL-Abholung
Otto
Bei Neukauf
Ja, Versand oder Abholung
Cyberport
Im Markt ja
Bei Lieferung kostenlos
Insider-Tipp: Kaufst du online einen neuen Drucker, kannst du den alten oft bei Lieferung dem Paketboten mitgeben – frag beim Bestellvorgang nach "Altgeräte-Mitnahme".
4. Hersteller-Rücknahmeprogramme
HP, Canon, Epson und Brother bieten teilweise eigene Recycling-Programme an. HP Planet Partners etwa schickt dir auf Anfrage kostenlose Versandetiketten für alte Drucker und Patronen. Meist lohnt sich das aber nur bei größeren Mengen oder Firmengeräten.
Datenschutz: Speicher vor Entsorgung löschen!
Moderne Drucker haben interne Speicher, auf denen Druckaufträge, WLAN-Passwörter und manchmal sogar Scan-Kopien gespeichert sind. Vor der Entsorgung solltest du diesen Speicher unbedingt löschen.
So geht's:
Im Drucker-Menü nach "Einstellungen" → "Wartung" → "Werkseinstellungen" suchen
"Auf Werkseinstellungen zurücksetzen" oder "Factory Reset" wählen
Bei Business-Druckern: Festplatte zusätzlich sicher löschen (Menü "Speicher löschen")
Netzwerkkabel und WLAN-Verbindungen entfernen
Bei älteren Druckern ohne Display reicht es, den Drucker vom Strom zu trennen und alle Kabel zu entfernen. Die meisten Consumer-Geräte haben keinen dauerhaften Speicher.
[INTERN: DSGVO im Home-Office – darauf musst du achten]
Patronen und Toner separat entsorgen – oder verkaufen
Druckerpatronen gehören nicht in den Hausmüll, aber auch nicht zwingend mit dem Drucker zusammen zum Recyclinghof. Es gibt bessere Optionen:
Rückgabe beim Hersteller oder Händler
HP, Canon, Epson und andere Hersteller nehmen Originalpatronen kostenlos zurück. Meist findest du Rückgabekuverts in der Verpackung neuer Patronen – oder du forderst sie online an. Viele Drogeriemärkte (dm, Rossmann) und Elektronikmärkte haben Sammelboxen im Eingang.
Verkauf von vollen oder originalen Patronen
Ungeöffnete oder noch volle Patronen kannst du oft verkaufen. Ankaufdienste wie Tonerpartner.de, Geldfürmuell.de oder Zoxs.de zahlen je nach Modell 1-10 Euro pro Patrone. Das lohnt sich besonders bei teuren Laser-Tonern.
Refill-Patronen recyceln
Nachfüll- oder kompatible Patronen nehmen viele Hersteller nicht zurück. Die gehören zum Wertstoffhof in die Elektroschrott-Sammlung oder können über spezialisierte Recycling-Dienste wie DHL Electroreturn kostenlos verschickt werden.
Drucker spenden statt entsorgen: Wann lohnt es sich?
Funktioniert dein Drucker noch, aber du brauchst ihn nicht mehr? Dann kannst du ihn spenden. Das spart Ressourcen und hilft anderen.
Diese Organisationen nehmen funktionierende Drucker:
Lokale gemeinnützige Vereine, Schulen, Kindergärten (einfach anrufen)
Sozialkaufhäuser und Repair-Cafés
Online-Plattformen wie eBay Kleinanzeigen (verschenken statt verkaufen)
Wohltätigkeitsorganisationen wie Labdoo.org (IT-Spenden für Bildungsprojekte)
Aber Vorsicht: Defekte oder sehr alte Drucker (älter als 8-10 Jahre) werden oft nicht genommen. Tintenpatronen sind teuer und schwer zu bekommen für Altgeräte. Dann ist Recycling die bessere Wahl.
[INTERN: Nachhaltiger Drucken – 7 Tipps die Umwelt und Geldbeutel schonen]
Sonderfall: Gewerbliche Entsorgung für Firmen
Betriebe und Selbstständige können Drucker nicht einfach am Wertstoffhof abgeben – hier gelten andere Regeln. Gewerblicher Elektroschrott muss über zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe entsorgt werden.
Deine Optionen als Firma:
Direkt beim Händler entsorgen (bei Neukauf meist kostenlos)
Zertifizierten Entsorgungsbetrieb beauftragen (Kosten: 5-20 Euro pro Gerät)
Sammelstellen für gewerblichen E-Schrott nutzen (Anbieter: Remondis, Veolia, Alba)
Entsorgungsnachweis für Buchhaltung aufbewahren (DSGVO-Pflicht bei Druckern mit Speicher)
Tipp: Bei größeren Mengen (ab 10 Geräten) bieten viele Entsorger kostenlose Abholung an.
Kosten: Was kostet Drucker-Entsorgung wirklich?
Die ehrliche Antwort: Für Privatpersonen nichts – wenn du die richtigen Wege nutzt. Wertstoffhof, Händler-Rücknahme und viele Online-Optionen sind komplett kostenlos.
Kosten entstehen nur bei:
Gewerblicher Entsorgung über Fachbetriebe (5-20 Euro/Gerät)
Abholung durch private Dienstleister (meist unnötig teuer, 30-50 Euro)
Sperrmüll-Abholung mit Anmeldegebühr (5-15 Euro, je nach Kommune)
Nutze immer zuerst die kostenlosen Optionen – und lass dich nicht von unseriösen "Abholdiensten" abzocken, die für Leistungen Geld verlangen, die gesetzlich kostenlos sein müssen.
Das Wichtigste auf einen Blick
Drucker gehören zum Elektroschrott und dürfen nicht in den Hausmüll – Bußgelder bis 1.000 Euro möglich
Kann ich meinen Drucker einfach bei der Sperrmüll-Abholung mitgeben?
Das kommt auf deine Kommune an. Manche Städte nehmen Elektrogeräte bei der Sperrmüll-Abholung mit, andere nicht. In vielen Fällen musst du Elektroschrott separat anmelden oder zum Wertstoffhof bringen. Ruf am besten bei deinem lokalen Abfallwirtschaftsbetrieb an oder schau auf deren Webseite – dort steht genau, was erlaubt ist. Der Wertstoffhof ist aber meist schneller und unkomplizierter.
Muss ich den Drucker vor der Entsorgung zerlegen?
Nein, auf keinen Fall. Gib den Drucker so ab, wie er ist – mit allen Kabeln, Patronen und Zubehör (außer du willst Patronen separat verkaufen). Die Recycling-Betriebe haben Spezialmaschinen zur fachgerechten Zerlegung. Selbst zerlegen ist sogar gefährlich: Toner enthält gesundheitsschädlichen Feinstaub, und Laser-Drucker haben Hochspannungsteile. Einzige Ausnahme: Lösche den internen Speicher über das Menü (Werksreset) – das ist wichtig für deinen Datenschutz.
Nehmen Discounter wie Aldi und Lidl wirklich Drucker zurück?
Ja, seit Juli 2022 ist das gesetzlich geregelt. Supermärkte und Discounter mit über 800 m² Verkaufsfläche müssen Elektrogeräte zurücknehmen – wenn sie mehrmals im Jahr Elektrogeräte verkaufen. Das trifft auf Aldi, Lidl, Rewe, Kaufland und andere große Ketten zu. Kleine Geräte bis 25 cm Kantenlänge (das schließt die meisten Drucker ein) kannst du ohne Neukauf abgeben. Die Praxis vor Ort variiert aber – manche Filialen haben Sammelboxen, andere nehmen das Gerät an der Information an. Im Zweifel einfach nachfragen.
Was passiert mit meinem Drucker nach der Entsorgung?
Der Drucker wird in einer zertifizierten Recycling-Anlage zerlegt. Wertvolle Metalle wie Kupfer, Aluminium und Edelmetalle aus den Platinen werden zurückgewonnen. Kunststoffteile werden geschreddert und teils wiederverwertet. Schadstoffe wie Schwermetalle, Toner und Elektronikkomponenten werden fachgerecht entsorgt oder unschädlich gemacht. Die Recycling-Quote für Elektrogeräte liegt in Deutschland bei über 80% – das heißt, der Großteil deines Druckers wird tatsächlich wiederverwertet und landet nicht auf der Deponie.
Kann ich einen Drucker im Elektroschrott-Container entsorgen?
Nein, öffentliche Container für Altglas oder Papier gibt es für Elektroschrott nicht. Es gibt aber in manchen Städten Wertstoffinseln mit speziellen Elektroschrott-Containern – die sind aber meist nur für Kleingeräte wie Smartphones oder Kabel gedacht, nicht für Drucker. Drucker gehören zum Wertstoffhof oder zur Händler-Rücknahme. Illegales Entsorgen in Containern gilt als Ordnungswidrigkeit und kann teuer werden.
Bekomme ich Geld für meinen alten Drucker?
In den meisten Fällen nein – gebrauchte Consumer-Drucker haben kaum Wiederverkaufswert, besonders wenn sie älter als 3-5 Jahre sind. Die Patronen kosten mehr als das Gerät selbst. Ausnahmen: Hochwertige Laser-Drucker oder Multifunktionsgeräte aus dem Business-Bereich können auf eBay Kleinanzeigen oder bei Ankaufdiensten noch 20-100 Euro bringen, wenn sie einwandfrei funktionieren. Was sich aber lohnt: Unbenutzte Original-Patronen verkaufen – je nach Modell bekommst du 1-10 Euro pro Stück von Ankaufdiensten.
Fazit: Deinen Drucker richtig zu entsorgen ist einfacher als gedacht – und komplett kostenlos. Nutze den Wertstoffhof oder die Händler-Rücknahme, lösche vorher sensible Daten per Werksreset und entsorge Patronen separat für maximalen Umweltnutzen. Funktioniert das Gerät noch, prüfe Spenden-Optionen. So handelst du umweltbewusst, DSGVO-konform und sparst dir Bußgelder. Und denk daran: Beim nächsten Drucker-Kauf lohnt sich oft der Griff zum langlebigeren Modell – das spart dir die nächste Entsorgung für viele Jahre.
[INTERN: Die besten Drucker 2026 – Kaufberatung für Tinten- und Laser-Modelle]
Quellen: Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG), Umweltbundesamt, Stiftung Elektro-Altgeräte Register (EAR)